SHUFFLE - Abschied von einem besonderen Projekt
Nach mehr als vier Jahren intensiver Zusammenarbeit fand das Projekt SHUFFLE am 31. Dezember seinen formalen Abschluss. Für die Beteiligten bedeutet das mehr als das Ende eines Förderzeitraums, denn es ist zugleich der Abschluss einer besonderen gemeinsamen Zeit.
Von August 2021 bis Dezember 2025 haben vier Partnerhochschulen im Projekt SHUFFLE gemeinsam daran gearbeitet, die digitale Barrierefreiheit an Hochschulen praktisch und nachhaltig zu verbessern. Mit insgesamt mehr als 40 Beteiligten aus unterschiedlichen Disziplinen war das kein kurzfristiges Vorhaben, sondern ein langfristiger gemeinsamer Entwicklungsprozess.
Ausgangspunkt des Projekts war der Anspruch, chancengerechte digitale Teilhabe für alle Studierenden nicht nur als rechtliche Verpflichtung, sondern als gestaltbare Aufgabe im Hochschulalltag zu verstehen. SHUFFLE setzte deshalb bewusst auf einen ganzheitlichen Ansatz: Maßnahmen zur digitalen Barrierefreiheit wurden auf struktureller, didaktischer und technischer Ebene entwickelt, erprobt und miteinander verzahnt. Lehrende und Studierende wurden aktiv in die Entwicklungen einbezogen, sodass Lösungen nicht nur für, sondern mit den Nutzerinnen und Nutzern entstanden sind.
Im Laufe des Projekts sind zahlreiche konkrete Ergebnisse entstanden, die Hochschulen dabei helfen, digitale Barrierefreiheit umzusetzen:
Dazu zählt ein Reifegradmodell, das Hochschulen bei der systematischen Analyse und Weiterentwicklung ihrer digitalen Barrierefreiheit unterstützt. Mit BlindDate wurde eine Begegnungsplattform geschaffen, auf der virtuelle Studierende mit Beeinträchtigungen Einblicke in ihren Studienalltag geben und so einen Perspektivwechsel ermöglichen. Mit MELVIN entstand ein einfach nutzbares Tool zum Erstellen und Teilen untertitelter Videos für den Lehralltag. Umfangreiche Ressourcen und Hilfestellungen zur barrierefreien Gestaltung der Lernmanagementsystemen Moodle und ILIAS, von Präsentationen, Dokumenten und digitalen Prüfungen wurden zusammengetragen. Ergänzt werden diese Angebote durch ein Badge, das erworbenes Wissen im Bereich digitaler Barrierefreiheit in der Lehre zertifiziert.
Für alle Beteiligten war SHUFFLE mehr als die Summe seiner Ergebnisse. Das Projekt bot uns den Freiraum, Produkte mit wissenschaftlichem Anspruch, aber auch viel mit Raum für Kreativität von Grund auf zu gestalten – von den ersten Konzepten über die Umsetzung bis hin zur Pilotierung. Ob bei Literaturrecherchen, dem Durchführen von Interviews, dem Schreiben und Vortragen wissenschaftlicher Publikationen, beim Programmieren oder Illustrieren – jeder konnte seine persönlichen Stärken einbringen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit über Hochschulgrenzen hinweg war dabei stets wertschätzend und auf Augenhöhe. SHUFFLE zu verabschieden fällt uns deshalb nicht leicht und wir werden diese besondere Form der Zusammenarbeit sehr vermissen.
Die entwickelten Anwendungen und Materialien stehen auch über das Projektende hinaus open source zur Verfügung und können weiter genutzt, angepasst und weiterentwickelt werden. Denn mit dem Abschluss von SHUFFLE endet ein Projekt, die Arbeit an digitaler Barrierefreiheit an Hochschulen jedoch nicht.
Als Projektleiter bleibt mir, ein ganz großes Dankeschön in drei Richtungen zu sagen:
- an die Stiftung Innovation in der Hochschullehre für die finanzielle Unterstützung und gute Begleitung;
- an das Projektteam aus vier verschiedenen Hochschulen unterschiedlichen Typs (Universität, Pädagogische Hochschule, Hochschule für angewandte Wissenschaften);
- und an die anderen Hochschulen, die unsere vorläufigen Ergebnisse als Pilotpartner ausprobiert haben und uns wertvolles Feedback gegeben haben.
Wer weiter mit uns (Kompetenzzentrum für digitale Barrierefreiheit an der Hochschule der Medien) in Kontakt bleiben möchte, kann gerne unseren Newsletter abonnieren.
Patricia Piskorek (Projektmitarbeiterin), Gottfried Zimmermann (Projektleiter)
